Schule der Medizin für Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker
Bildungszentrum für Gesundheit

Eingeschränkte Heilerlaubnis Physiotherapie

Neue Regelungen für die eingeschränkte Heilerlaubnis Physiotherapie!

Sehr interessant für alle PhysiotherapeutInnen, die auch über die ärztlichen Verordnungen hinaus therapieren möchten!

Als Reaktion auf das am 13.06.2012 vom Oberverwaltungsgericht NRW gefällte Urteil, bei dem eine KlägerIn eine Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz, beschränkt auf die Physiotherapie, begehrte, wurden für NRW neue Regelungen zur  Erlangung der eingeschränkten Heilerlaubnis Physiotherapie festgelegt.

PhysiotherapeutInnen dürfen ja kraft ihrer Ausbildung keine eigenverantwortliche Tätigkeit mit selbständiger Indikationsstellung ohne ärztliche Verordnung ausüben. Da es aber immer häufiger bei den praktizierenden PhysiotherapeutInnen so ist, dass sie über die ärztlichen Verordnungen hinaus therapieren möchten, besteht seit dem Jahr 2010 in NRW die Möglichkeit, eine eingeschränkte Heilerlaubnis für Physiotherapie zu erlangen vor dem jeweiligen Gesundheitsamt. Jetzt, seit 2012 ist, durch oben genanntes Urteil eingeleitet, die neue Möglichkeit in NRW geschaffen, die eingeschränkte Heilerlaubnis Physiotherapie auch ohne Prüfung vor dem Gesundheitsamt zu erlangen.

Vorab kann gesagt werden, dass Materia Medica die aufgestellen Kriterien erfüllt und Sie somit, wenn Sie die allgemeinen persönlichen Voraussetzungen (siehe unten) erfüllen, die im Einzelnen besprochen sein müssen, auch ohne Kenntnisüberprüfung vor Ihrem jeweiligen Gesundheitsamt, die Zulassung zur Heilerlaubnis, beschränkt auf die Physiotherapie, erhalten können.
Sie können also bei Materia Medica ein Studium, beziehungsweise ein Curriculum absolvieren mit einer hausinternen Kenntnisüberprüfung bei Materia Medica. Sie müssen dann nicht mehr an der regelhaften, amtlichen Kenntnisüberprüfung vor dem Gesundheitsamt teilnehmen. Die Gesundheitsbehörde prüft Ihre vorgelegten Unterlagen. Die von Materia Medica erhaltenen Bescheinigungen über die erfolgreiche Teilnahme an der Schulung und der Erfolgskontrolle entsprechen vollends den vom Gesundheitsamt verlangten Richtlinien.
Der Kriterienkatalog ist jetzt die Grundlage für die Nachqualifikation.
Wenn Sie den Kriterienkatalog lesen, bekommen Sie sicher erst einmal einen Schrecken, doch seien Sie sicher, es sieht schlimmer aus als es ist.
Das Curriculum bei Materia Medica wird die geforderte Mindeststundenzahl überschreiten, wird Sie dafür aber gut ausbilden!
Sie müssen den nun folgenden Kriterienkatalog nicht unbedingt lesen. Wir haben den Kriterienkatalog in Gänze im Folgenden zitiert, uns aber erlaubt, im 4. Abschnitt Materia Medica einzufügen!

Beginn Kriterienkatalog

Kriterienkatalog zur Anerkennung nach Aktenlage:

1. Allgemeine persönliche Voraussetzungen zur Erlaubniserteilung

  • Vollendung des 25. Lebensjahres
  • Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses der Belegart "O", das
    keine belastenden einschlägigen Einträge im Bezug auf die
    Berufsausübung enthält und das bei Antragstellung nicht älter als 3 Monate sein darf
  • Vorlage eines ärztlichen Attestes, das bei Antragstellung nicht älter als 3 Monate sein darf und aus dem die psychische und physische Eignung zur Ausübung der Tätigkeit als Heilpraktiker für Physiotherapie hervorgeht
  • Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung Physiotherapeutin / Physiotherapeut nach dem Masseur- und Physiotherapeutengesetz (MPhG)
  • nachgewiesene 4-jährige Berufstätigkeit (mit durchschnittlich mindestens
    30 Stunden Wochenarbeitszeit)

2. Nachweis von Schulungsinhalten
Der Erwerb folgender Kenntnisse und Fähigkeiten anhand einer curricularen Schulung von mindestens 60 Unterrichtsstunden (á 45 Minuten) mit anschließender schriftlicher Erfolgskontrolle muss nachgewiesen werden:

2.1. In Berufs- und Gesetzeskunde:
Erforderlich sind Kenntnisse und Fähigkeiten in der Berufs- und Gesetzeskunde, soweit nicht bereits in der Ausbildung zur Physiotherapeutin beziehungsweise zum Physiotherapeuten gemäß Masseur- und Physiotherapeutengesetz und Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Physiotherapeuten vermittelt, vor allem rechtliche Grenzen sowie Grenzen und Gefahren diagnostischer und therapeutischer Methoden bei der nichtärztlichen Ausübung der Heilkunde sowie weitere Rechtsvorschriften, deren Anwendung im Interesse des Patientenschutzes bei der selbständigen Berufsausübung notwendig ist. Hierzu zählen strafrechtliche, bürgerlich-rechtliche und öffentlich-rechtliche Vorschriften, insbesondere:

  • Gesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (Heilpraktikergesetz) und Durchführungsverordnungen zum Heilpraktikergesetz (DVO-HeilprG)
  • Grundgesetz (insbesondere Artikel 2 Absatz 2 Grundgesetz: Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit)
  • Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz - IfSG) und Hygieneverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen
  • Verordnung über den Schutz vor Schäden durch Röntgenstrahlen (Röntgenverordnung - RöV)
  • Arzneimittelgesetz (AMG)
  • Verordnung über die Verschreibungspflicht von Arzneimitteln (Arzneimittelverschreibungsverordnung - AMVV) (§ 1, Anlage 1)
  • Betäubungsmittelgesetz (BtMG)
  • Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten (PsychKG) des Landes Nordrhein-Westfalen
  • Straf- und Zivilrecht insbesondere zu Schweige-, Aufklärungs-, Dokumentations- und Aufbewahrungspflichten

2.2. In Diagnostik und Indikationsstellung:
Der Nachweis von Kenntnissen und Fähigkeiten auf dem Gebiet der Diagnostik beinhaltet insbesondere die eigenverantwortliche Diagnostik und Differentialdiagnostik von Erkrankungen und Verletzungen sowie deren Folgezustände. Dabei liegt der Fokus der Schulung auf der Vermittlung von Fähigkeiten zur Indikationsstellung für physiotherapeutische Maßnahmen und dem Risikoscreening zur Gefahrenabwehr inklusive der Kenntnis der möglichen Therapiealternativen, Nebenwirkungen und Komplikationen, multiprofessioneller Behandlung und der Maßnahmen zur Integration in die Gesellschaft. Die Fähigkeit zur Interpretation von Fremdbefunden sowie zur Erkennung von Krankheitsbildern, die nicht von einer Heilpraktikerin beziehungsweise einem Heilpraktiker mit der Erlaubnis beschränkt auf das Gebiet der Physiotherapie behandelt werden dürfen, soll im Sinne der Abwehr von Gefahren für die Patientin und den Patienten beherrscht werden. Die notwendigen Schritte im Sinne der Gefahrenabwehr müssen eingeleitet werden können.

Dies beinhaltet insbesondere:

1. Kenntnisse über Erkennung und Unterscheidung, Prävention und Rehabilitation von Störungen des Herz-Kreislaufsystems, des Atmungssystems, des Bewegungsapparates, von bösartigen Neubildungen, von Stoffwechselerkrankungen, von Infektionskrankheiten, degenerativen Erkrankungen, neurologischen, psychosomatischen und psychischen Erkrankungen, Erkrankungen der Sexualorgane, geriatrischen Krankheitsbildern und der Entwicklung von Kleinkindern und Säuglingen einschließlich möglicher Entwicklungsstörungen.

2. Kenntnisse über Anzeichen für Komplikationen von Erkrankungen und Befunden wie Rheuma, Gicht, Arthrose, Kopf-, Schulter-, Rücken-, Hüft-, Knieschmerzen, Thrombose und Thrombophlebitis, Lymphödemen, von Erkrankungen des Nervensystems und der Nervenbahnen, wie Polyneuropathie, Nervenläsionen, isolierte Paresen, Schädigung des Rückenmarks, Meningitis und das Cauda-Syndrom, und von Erkrankungen des Knochens und Knochenmarks, wie Osteoporose, Knochenmetastasen, Osteomyelitis und Plasmozytom.

3. Kenntnisse über Anzeichen für Komplikationen ansteckender Hautkrankheiten, Tumorerkrankungen und Störungen des Lymphsystems, mögliche komplikationsträchtige Ursachen von Schmerzen und Schmerzsyndromen bei lebensbedrohlichen Krankheiten zum Beispiel thorakaler Erkrankungen (Herzinfarkt), Enzephalitis, Epi- und Subduralhämatom, Aneurysmablutungen und abdominaler Erkrankungen.

4. Kenntnisse über Anzeichen für Folgen und Komplikationen von Immobilität, wie zum Beispiel Dekubitus, Thrombose und Lymphstau einschließlich deren Prävention und Rehabilitation.

5. Erkennen von Warnhinweisen, bei deren Vorliegen eine zusätzliche Diagnostik durch eine Ärztin / einen Arzt erforderlich und einzuleiten ist, insbesondere nach Trauma, Tumorerkrankungen und bei Entzündung, Blutung, Gefäßverschluss, Symptomen aus dem psychosomatisch-neurologisch-psychiatrischen Bereich, anhaltende, zunehmende oder rezidivierende Beschwerden unter der Therapie, längerfristige Arbeitsunfähigkeit und Gewichtsverlust.

6. Interpretation von (Fremd-) Befunden aus dem medizintechnischen Bereich (Labor, bildgebende Verfahren, Funktionsdiagnostik und so weiter) zu den in Unterpunkt 1-5 aufgeführten Erkrankungen und Krankheitszeichen.

3. Schulungsdauer und Qualifikation des Lehrpersonals:
Die Gesamtdauer der Schulungen sollte mindestens 60 Unterrichtsstunden à 45 Minuten Präsenzunterricht betragen, wobei für die einzelnen Bereiche folgende Mindeststundenzahl vorgesehen ist:

Berufs- und Gesetzeskunde:            10 Unterrichtsstunden
Diagnostik und Indikationsstellung: 50 Unterrichtstunden

Die Mindeststundenzahl in der Berufs- und Gesetzeskunde ist durch Juristinnen und Juristen, Ärztinnen und Ärzte, Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker mit einer allgemeinen Heilpraktikererlaubnis oder durch Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten mit einer eingeschränkten Heilpraktikererlaubnis Physiotherapie zu unterrichten. Die Mindeststundenzahl in dem Bereich der Diagnostik und Indikationsstellung ist durch Ärztinnen und Ärzte oder Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker mit einer allgemeinen Heilpraktikererlaubnis oder durch Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten mit einer eingeschränkten Heilpraktikererlaubnis Physiotherapie zu unterrichten.

4. Erfolgskontrolle der in den Schulungen erworbenen Kenntnisse:
Die schriftlichen Erfolgskontrollen sind unter den in Punkt 2. und 3. genannten Voraussetzungen in Eigenverantwortung von Materia Medica durchzuführen. Die Erfolgskontrollen dürfen höchstens zu einem Drittel als Multiple-Choice-Test ausgestaltet sein, sollen mindestens 45 Minuten umfassen und einen Querschnitt der Schulungsinhalte abfragen. Die Erfolgskontrolle gilt als bestanden, wenn mindestens 75% der Fragen richtig beantwortet wurden. Die Bescheinigung über die erfolgreiche Teilnahme an der Schulung und der Erfolgskontrolle ist zur Antragstellung  dem Gesundheitsamt vorzulegen.
Ende Kriterienkatalog

Esther Schütt, Ärztin

Materia Medica
Am Neumarkt 5
41564 Kaarst

Telefon: 02131 769590
Fax: 02131 769599
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